Lyraleth war der kleinere, bläuliche Mond von Aldrímar. Er stand neben dem großen, silbernen Aethon, noch näher an der Welt. Die Zwillingsmonde galten als Zeichen von Harmonie und Ewigkeit. Ihr gemeinsames Licht ließ die Federn der Greifen golden schimmern, und Lieder von den „Zwillingslichtern“ erzählen noch davon.
Heute gibt es Lyraleth nicht mehr. Geblieben ist der Ring von Lyr: ein Band aus unterschiedlich großen Mondtrümmern, die um Aethon kreisen. Er sieht je nach Stunde anders aus: am Morgen flirrend rosa, mittags blass, in der Dämmerung funkelnd wie Diamanten, nachts wie ein Gürtel aus gefrorenem Feuer. Man sagt, er beeinflusse Gezeiten, Klima und Magie. Kinder fragen nach dem „kaputten Himmel“. Eine alte Weissagung lautet: „Wenn alle Splitter fallen, stirbt Aethrandor.“ Fänden sich die Splitter wieder zu einem Mond zusammen, käme die Zeit der Unschuld zurück.