Echoes of Neverland

Schrift und Aussprache

Inhalt

Schrift und Umschrift

Aldrín hat eine eigene Schrift, die aldrísche Schrift. Sie ist eine verbundene Schrift: Die Buchstaben eines Wortes hängen aneinander. Entwickelt hat sie sich über Jahrhunderte aus einer älteren Runenschrift, dem Nævir.

Damit sich Aldrín lesen lässt, bevor man diese Schrift beherrscht, sind alle Wörter in diesem Handbuch in lateinische Buchstaben transkribiert. Diese lateinische Umschrift ist eine Lesehilfe und kein zweites Schriftsystem: Wer Aldrín schreibt, schreibt es in aldríscher Schrift.

Die Aussprache

Neben vielen Wörtern steht zwischen Schrägstrichen ihre Lautschrift, etwa /ˈmiɾel/ für myrel (Schatten). Sie folgt dem Internationalen Phonetischen Alphabet, kurz IPA, in dem jedes Zeichen für genau einen Laut steht. Die Tabellen nennen zu jedem Buchstaben der Umschrift sein Lautzeichen. Zwei weitere Zeichen gelten für alle Wörter: ˈ steht vor der betonten Silbe, ː hinter einem Laut zeigt, dass er lang ist.

Die Vokale

Die Umschrift hat acht Vokalbuchstaben. y und i bezeichnen denselben Laut.

BuchstabeLautSo sprichst du ihnBeispiel
a/a/kurz, wie in BallMara – Hand
e/e/geschlossen und kurz, wie das erste e in Methodetela – zählen
i/i/geschlossen, wie in Liebe, nur kürzersil – lautlos
o/ɔ/offenes, kurzes o wie in Sonnenor – nicht, nein
u/u/geschlossen, wie in Mut, nur kürzersurun – Lärm
y/i/wie i, nie wie ümyrel – Schatten
æ/æ/sehr offen, offener als das deutsche ä, wie im englischen catJærta – Herz
ø/ø/wie ö in schön, nur kürzerløtha – fallen

æ und ø sind selten und werden nie durch a, e oder o ersetzt: Jærta /ˈjærta/, Æryth /ˈæɾiθ/ (Seele), løtha /ˈløθa/.

Der Buchstabe å steht in skårn (andere) und in Namen wie Corvskår /ˈkɔɾvˌskaɾ/ und Vindskår. Er wird wie a gesprochen.

Lange Vokale

Ein Akut über dem Vokal bedeutet, dass er lang gesprochen wird. Er steht nur in Eigennamen und in der Endung -ún.

ZeichenLautSo sprichst du ihnBeispiel
í, ý/iː/langes i, wie in BieneSkýhald /ˈskiːhald/ – Fliegende Festung
ú/uː/langes u, wie in Schuhsolún /ˈsɔluːn/ – Stern
ǽ/æː/wie æ, nur langFrøstvǽthir – Frostwächter

Zur Endung -ún gehören neben solún auch tholún /ˈθɔluːn/ (Kreis) und melún /ˈmeluːn/ (zwischen den Welten).

Die Konsonanten

BuchstabeLautSo sprichst du ihnBeispiel
b/b/wie in Ballbira – warten
d/d/wie in Dachaeldir – Geist
f/f/wie in Fellfo – von
g/ɡ/immer hart, wie in GastAegyr – Greif
h/h/wie in Haushedu – was
j/j/wie in JahrJolth – Jahr
k/k/wie in Kindkem – du
l/l/wie in Lampelia – glauben
m/m/wie in Mondmae – mit
n/n/wie in Nachtnella – brechen
p/p/wie in PassDjúpt Benfar – Tiefe Narbe (Name)
s/s/immer stimmlos, wie in Hass, auch am Wortanfangsila – verstummen
t/t/wie in Tagtela – zählen
v/v/wie das w in Wasservena – sich bewegen
w/v/wie vin keinem heutigen Wort
sk/sk/s und k getrennt, wie in Skatsker – erwecken
ng/ŋ/ein einziger Laut, wie in singen, ohne g dahinterringa – läuten

Im heutigen Wortschatz kommt p nur im Namen Djúpt Benfar vor, w in keinem Wort. Die Buchstaben c, q, x und z gehören nicht zum Lautsystem des Aldrín; c steht nur in Namen wie Corvskår und Silværnloch.

Besondere Laute

BuchstabeLautSo sprichst du ihnBeispiel
th/θ/ein einziger stimmloser Laut, nicht t und h nacheinander: Die Zungenspitze liegt leicht zwischen den Zähnen, die Luft streicht vorbei, wie im englischen thingThyrin /ˈθirin/ – Wind
lh/l̥/ein gehauchtes l ohne Stimme; die Lautschrift setzt dafür einen kleinen Ring unter das llhila /ˈl̥ila/ – ruhen
r/ɾ/ein einzelner Zungenschlag: Die Zungenspitze tippt einmal kurz an den Gaumen, wie im spanischen pero; kein gerolltes r und kein Rachen-rraela – aufstehen

ð kommt nur in alten, heiligen Namen vor. Es ist das stimmhafte th des englischen this, etwa in Veyshaðora (Tor der Welten), dessen sh wie sch klingt.

Vokalpaare

ae und æ sind verschieden. ae sind zwei Vokale, erst a, dann e, die ineinander übergehen: Aegyr /ˈaeɡir/, aelon /ˈaelɔn/ (ewig). æ ist ein einziger Laut: Æryth /ˈæɾiθ/.

Auch die folgenden Paare sind zwei Laute in einem Atemzug:

PaarSo sprichst du esBeispiel
aiwie ei in Weisevai /vai/ – wenn
auwie au in Hausaumis /ˈaumis/ – Wunder
eye, das in i übergehtveyra /ˈveiɾa/ – Tor, Schwelle

Silben und Betonung

Die meisten Silben sind einfach gebaut: ein Konsonant und ein Vokal wie in fo, dazu oft ein Schlusskonsonant wie in kem. Viele Wörter bestehen aus zwei solchen Silben, etwa tela und bira. Häufig sind l, r, n und m: myrel, minel, lhirin.

Betont wird in der Regel die vorletzte Silbe: myrel /ˈmiɾel/, aelon /ˈaelɔn/, Velornis (Welt) mit Ton auf lor. Die Mehrzahl auf -or verschiebt die Betonung nicht: myrel – myrelor /ˈmiɾelɔɾ/, solún – solúnor /ˈsɔluːnɔɾ/.

Lesen und Schreiben

Die aldrísche Schrift wird von links nach rechts geschrieben, zwischen den Wörtern steht ein Abstand. Innerhalb eines Wortes sind die Buchstaben durch feine Linien verbunden. Sie richten sich nach einer gedachten oberen Linie, von der aus die Hauptstriche nach unten führen. Der Wechsel von dicken und dünnen Strichen kommt von Feder und Tinte: Die Abstriche werden breit, die Verbindungen haarfein.

Großbuchstaben im lateinischen Sinn gibt es nicht. Am Anfang eines Wortes kann eine größere Anfangsform stehen.

Die Tabelle zeigt jedes Zeichen einzeln, mit seinem Buchstaben in der Umschrift und seinem Laut. Wie die Laute klingen, beschreibt der Abschnitt über die Aussprache.

ZeichenBuchstabeLautBeispiel
a/a/Mara – Hand
b/b/bira – warten
cnur in Namen
d/d/aeldir – Geist
e/e/tela – zählen
f/f/fo – von
g/ɡ/Aegyr – Greif
h/h/hedu – was
i/i/sil – lautlos
j/j/Jolth – Jahr
k/k/kem – du
l/l/lia – glauben
m/m/mae – mit
n/n/nella – brechen
o/ɔ/nor – nicht, nein
p/p/Djúpt Benfar – Tiefe Narbe (Name)
qkein Laut im Aldrín
r/ɾ/raela – aufstehen
s/s/sila – verstummen
t/t/tela – zählen
u/u/surun – Lärm
v/v/vena – sich bewegen
w/v/in keinem heutigen Wort
xkein Laut im Aldrín
y/i/myrel – Schatten
zkein Laut im Aldrín

Einige Wörter in aldríscher Schrift:

  • Aegyr – Greif – Aegyr
  • Thyrin – Wind – Thyrin
  • Haleth – Stimme – Haleth
  • minel – Erinnerung – minel
  • veyra – Tor, Schwelle – veyra

Die Geschichte der Schrift

Vor mehr als tausend Jahren brachten Seefahrer eine Runenschrift mit. Über die Jahrhunderte veränderte sie sich: Einige Zeichen verschwanden, andere bekamen eine neue Form, und neue Zeichen kamen hinzu.

Daraus entstand Nævir. Seine Zeichen bestehen aus geraden Linien und harten Winkeln, mit überall gleicher Strichstärke. Sie wurden in Holz, Stein und Metall geritzt, auch in Klingen, und stehen jedes für sich. Nævir war die Schrift der Inschriften und der Schwüre.

Als mit Feder und Tinte geschrieben wurde, in Briefen, auf Karten, in Logbüchern und Verträgen, wurden die Formen runder, und die Zeichen eines Wortes verbanden sich. So entstand die heutige aldrísche Schrift. Für feierliche Inschriften und Titel gibt es zeremonielle Formen.

Nævir wurde geritzt. Aldrín wurde geschrieben.