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Aldrín ist die Sprache der Thorvæk, der Greifenreiter der Welt Aldrímar. Der Name gilt für die Sprache und für ihre heutige Schrift. Im Deutschen steht er ohne Artikel: „Er spricht Aldrín“, „auf Aldrín“, „in Aldrín“. Das Adjektiv heißt aldrísch: aldrísche Schrift, aldríscher Ausdruck, aldrísches Wort.
Herkunft
Aldrín ging aus einer altnordischen Seefahrersprache hervor. Ihre Sprecher gelangten über eine Passage in die Zwischenwelt. Dort vermischte sich ihre Sprache über sehr lange Zeiträume mit den Völkern, Riten und magischen Sprachen Aldrímars.
Ähnelt ein aldrísches Wort einem altnordischen, kann es auf dieses zurückgehen oder aus ihm entlehnt sein. Das ist eine Spur der Herkunft, keine Regel.
Die Sprache der Nævir-Zeit
Die Nævir-Zeit liegt mehr als tausend Jahre zurück. Ihre harte, altnordisch klingende Sprache ist die Vorstufe von Aldrín und heißt „die Sprache der Nævir-Zeit“. Sie lebt nicht als zweite Sprache neben Aldrín weiter; sie ist nur noch in der Lautgeschichte, in alten Liedern, Eiden und Namen und in Resten bei den älteren Thorvæk zu erkennen.
Zu ihr gehören harte Lautfolgen, die das heutige Aldrín meidet. Altnordisch klingende Namen stammen aus der Nævir-Zeit; manche, wie Thorvæk und Frøstfædrin, sind bis heute in Gebrauch. Namen, die in der Gegenwart neu vergeben werden, klingen aldrísch.
Von der Nævir-Zeit zum heutigen Aldrín
Aus der harten Sprache der Nævir-Zeit wurde Aldrín, indem Härte verschwand. Zwei Veränderungen prägen diesen Weg.
- Sprechbarkeit. Jedes Wort muss sich laut vorlesen lassen. Lautfolgen wie ðr, kn-, hv-, -yja und gestapelte Konsonanten gibt es im heutigen Aldrín nicht mehr.
- Sprossvokal oder Wegfall. Eine verbliebene Härte wurde durch einen eingeschobenen Vokal, meist o oder e, oder durch Wegnahme gelöst. So wurde aus Veyshaðra der Name Veyshaðora, das Tor der Welten, denn ð und r lassen sich nicht hintereinander sprechen. Die Ableitung veyra (Tor) blieb daneben unverändert.
Auch im Satzbau hat sich etwas verändert: In der Gegenwart braucht ein Satz kein Wort für „sein“, und die Futurform vel der Nævir-Zeit wurde durch vae ersetzt.
Mit der Sprache wandelte sich ihre Schrift. Aus der geritzten Runenschrift Nævir wurde in der Zeit von Tinte, Karten und Briefen die fließende Schrift Aldrín (Kapitel „Schrift und Aussprache“).
Wer Aldrín spricht
Gesprochen wird Aldrín vor allem von den Thorvæk: auf Aethrandor, dem Hauptkontinent, in Häfen wie Frøsthaven und Skywharf und auf den Schiffen.
Hoch-Aldrín und Alltags-Aldrín sind zwei Register derselben Sprache: Alltags-Aldrín gebraucht man im Gespräch, bei der Arbeit und im Handel, Hoch-Aldrín bei feierlichen Anlässen wie Schwüren, Weissagungen und Zeremonien.
Eine gemeinsame Verkehrssprache für alle Völker Aldrímars gibt es nicht.
Andere Sprachen Aldrímars
- Lumbrisch ist die westgermanisch geprägte Handels-, Verwaltungs- und Hauptsprache des Kontinents Thalvarin. Für Sprecher des Aldrín ist es eine Fremdsprache. Die englisch klingenden Ortsnamen sind lumbrisch, zum Beispiel Skywharf (Lufthafen) und Silvarbay (Kristallhafen).
- Die Fyrstvǽsen-Sprache, die Sprache des Volkes der Fyrstvǽsen, ist eine eigene, ältere Zunge, mit Aldrín nicht verwandt. Wasser heißt in Aldrín læa, in der Fyrstvǽsen-Sprache uma.
- Spezialregister wie Nebelzunge, Kristallsprache, Traumsprache, Industriejargon und Echo-Kommunikation sind Sondersprechweisen.
Neben Nævir und Aldrín gibt es weitere Schriften: das Lumbrische Alphabet, die Uhrmacher-Notation, eine technische Symbolsprache für Mechanik und Zeit, und die grafischen Echosignaturen in Thalvarin.
Namen, die nicht übersetzt werden
Frøstfædrin, Vælor, Vornis und Nævervar sind Eigennamen und bleiben, wie sie sind. Vornis ist zugleich das Wort für Schwärze. Auch Thorvæk und Varth behalten ihre Gestalt, ebenso die Namen mit Akut: Aldrín, Skýhald, Tímalund, Fyrstvǽsen.
