Echoes of Neverland

Tímalithen

Die Tímalithen, auch Uhrmacher genannt, sind ein Volk aus Mensch und Mechanik. Einst waren sie Menschen: englische Uhrmacher und Seefahrer, die zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert nach Nimmerland gelangten und dort in Zeitschleifen gerieten. Statt zu verzweifeln, entwickelten sie ein Interesse an Zeit, Ordnung, Rhythmus und Wiederholung. Sie schlossen sich zu Uhrmacher-Gilden zusammen und verschmolzen schließlich freiwillig Fleisch und Mechanik. Der Name verbindet das englische „time“ mit einer altnordischen Endung. In ihrer alten Sprache heißen sie Krönyth'varis, die an die Zeit Gefesselten.

Ihre Körper verändern sich über Jahrzehnte. Am Anfang stehen ein mechanisches Auge, einzelne Zahnräder unter der Haut und ein leises Ticken in der Stimme. Später zeichnen sich Messingadern ab, die Haut schimmert kupfern und bronzen, und ein Uhrwerk ersetzt das Herz. Bei den Ältesten bildet sich eine grüne Patina. Tímalithen sind 1,70 bis 1,90 Meter groß und leben zwei- bis vierhundert Jahre. Ihre Stimmen klingen warm und melodisch wie gut geölte Uhren, und Zeitangaben machen sie gern in Herzschlägen: „in etwa drei Herzschlägen“.

Ihre Hauptstadt ist Gearwyn, die Stadt der Ewigen Uhren. Dort ordnen Gilden für Zeitmessung, Sternenkunde, Portale und Instandhaltung das Leben nach Präzision. Im Zentrum steht ein 200 Meter hoher Uhrturm, die Große Gearwyn-Uhr.

Tímalithen können Zeitströme sehen und in kleinen Bereichen die Zeit verlangsamen oder beschleunigen. Das hat einen Preis: Wer Zeit formt, altert seelisch schneller, und die eigene Kindheit fühlt sich in der Erinnerung kürzer an.